Am 31. Oktober 2012, 19 Uhr, wird der mit 25.000 Euro dotierte Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW zum sechsten Mal an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben. Der Preis zeichnet künstlerische Werke aus, die einen speziellen Bezug zum Werk von Nam June Paik aufweisen. Er wird offiziell durch Frau Ministerin Ute Schäfer, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit Herrn Dr. Fritz Behrens, dem Präsidenten der Kunststiftung NRW, übergeben. Gleichzeitig wird der Förderpreis in Höhe von 15.000 Euro an eine Nachwuchskünstlerin bzw. an einen Nachwuchskünstler aus Nordrhein-Westfalen vergeben.
Insgesamt wurden sieben Künstlergruppen bzw. Künstler mit ihren Werken für die Ausstellung der Nominierten ausgewählt:
Burak Arikan (New York/Istanbul). Er studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge sowie Design an der Istanbul Bilgi University in Istanbul und Ingenieurswissenschaft an der Yildiz Technical University, Istanbul. Seine Arbeiten thematisieren kulturelle Netzwerke, die durch politische und ökonomische Fragestellungen nachhaltig geprägt, geformt und verändert werden. Seine "Network Mappings" waren auf der Berlin Biennale 2012 zu sehen.
Cevdet Erek (Istanbul), studierte Architektur an der Kunsthochschule Mimar Sinan in Istanbul und Musik am Center for Advanced Studies der Technical University, Istanbul. Er macht Klanginstallationen, die architektonisch jeweils eng an die Ausstellungsräume gebunden sind. Anfang 2012 präsentierte er bereits Werke in der Kunsthalle Basel und nahm an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil.
Florian Hecker (Kissing/Wien) absolvierte ein Studium der Bildenden Kunst, Akademie der Bildenden Künste Wien, der Computer-Linguistik und Psycholinguistik, Ludwig-Maximilians-Universität, München. Er komponiert und entwickelt Soundinstallationen. Das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main widmete ihm 2010 eine große Einzelausstellung. Auch Florian Hecker ist Teilnehmer der dOCUMENTA (13) in Kassel.
Thomas Köner (Nizza/Belgrad) studierte elektronische Musik am CEM-Studio in Arnheim und anschließend am Konservatorium in Dortmund. Früh interessierte er sich für die Schnittstelle zwischen Bild und Ton, komponierte Filmmusik und trat in Liveperformances auf. Thomas Köner eröffnet durch seine Bild- und Tonassemblagen ganz eigene Erfahrungsräume. Seine Arbeiten wurden u.a. sowohl bei der Ars Electronica in Linz ausgezeichnet wie auch bei der Transmediale in Berlin.
Gisela Motta und Leandro Lima (São Paulo), erhielten ihre Ausbildung an der Hochschule für Bildende Kunst in São Paulo. Sie befassen sich ebenfalls mit der Wechselbeziehung und den Parametern der syntaktischen Abhängigkeit zwischen Bild und Ton. 2012 haben sie eine Soloshow in der Galeria Vermelho in São Paulo.
Nomeda & Gediminas Urbonas (Vilnius, Litauen) besuchten beide die Vilnius Art Academy. Ihre künstlerischen Methoden umfassen eine breite Spanne unterschiedlicher künstlerischer Disziplinen, wissenschaftlicher Untersuchungen und den Einsatz alter und neuer Medien. Ihre Werke werden als Work-in-progress ständig fortgeschrieben.
Carlos Fadon Vicente (São Paulo), studierte Ingenieurswissenschaft und Kunst. Er beschäftigt sich mit Photographie, Computergrafik und den Anfängen der Telekommunikation.
Die Jury für die Auswahl des Gewinners:
Ory Dessau, Kurator und Kritiker, u.a. Herzliya Bienniale, Tel Aviv, Israel
Manu Park, Direktor Nam June Paik Center, Korea
Eva Schmidt, Direktorin Kunstmuseum Siegen, Deutschland
Im Rahmen der Präsentation im Kunstmuseum Bochum werden zudem die
Förderpreisträgerinnen des Nam June Paik Award 2010 – Erika Hock und Congress (Magdalena Kita, Giulietta Ockenfuß) – neueste Arbeiten zeigen.
Die Ausstellung gestaltet der in Berlin lebende französische Architekt Thibaut de Ruyter.zum News-Archiv
