Dialoge: Yoko Tawada,
Literarische Gesellschaft Ruhr
und Literarische Gesellschaft Köln


Yoko Tawada, Foto: Nina Subin



Nach der Katastrophe hat Japan alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Yoshiro stellt sich manchmal vor, zu reisen. Aber selbst wenn er es könnte, würde er nicht verreisen, denn er kümmert sich mit großer Liebe um seinen Urenkel Mumey. Alle Kinder in der Zeit werden krank geboren, zugleich sind sie weise und fröhlich, ein Hoffnungsschimmer, aber ihr Leben hängt am seidenen Faden. Nur die Uralten leben immer länger. Yohiro, einer dieser „alten Alten“, war als Student mit einer Frau aus Deutschland befreundet. Manchmal fragt er sich, ob sich die Umwelt dort auch so verändert hat wie in Japan. Wie es deren Urenkeln geht. Als der Alltag schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als „Sendboten“ ins Ausland zu schmuggeln, zu Forschungszwecken. Die Auswirkungen sind nur in kleinen Details zu spüren, die beim Lesen erst nach und nach, dafür umso eindringlicher, ins Bewusstsein sickern – erzählt in der leichten, glasklaren Sprache Yoko Tawadas. Es schimmern viele andere Geschichten durch: wie Japaner und wie Europäer mit Katastrophen umgehen, „japanische Psyche“, Historisches … Geschichten und Bewegungen laufen parallel, queren sich, kommen zusammen, steuern auf das Ende zu.

Text: Literarische Gesellschaft Ruhr und Literarische Gesellschaft Köln



Yoko Tawada, geboren 1960 in Tokyo, lebt in Berlin. Schriftstellerin; schreibt in deutscher und japanischer Sprache. Buchveröffentlichungen, zuletzt: Etüden im Schnee, akzentfrei; ein Balkonplatz für flüchtige Abende und Sendbo-o-te.



Termine:


Yoko Tawada: Sendbo-o-te

Lesung in der Reihe „Dialoge“


22. Januar 2020 um 20 Uhr
Buchhandlung Proust, Essen


23. Januar 2020 um 19.30 Uhr

Der andere Buchladen, Köln


Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Köln, zusammen mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust. Gefördert von der Kunststiftung NRW. Moderation: Ulrike Janssen.