Antje Velsinger: Dreams in a cloudy space


Foto: Imke Lass



Blickt die kapitalistische Gesellschaft auf alternde Körper, sieht sie Mängel. Werden ältere Menschen beschrieben, so steht häufig das, was fehlt und nicht mehr geleistet werden kann, im Zentrum. Sind es die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit und der Verlust der Leistungsfähigkeit, die Berührungsängste zwischen den Generationen entstehen lassen?
Aufbauend auf Interviews, einer Bewegungsrecherche und einem Videodreh in verschiedenen Altenheimen und Senior*innentreffs beschäftigt sich Antje Velsinger mit körperlichen Qualitäten jenseits von Effizienz. Die Sicht auf alte Körper einer Revision zu unterziehen, hält viele Fragen und Erkenntnisse bereit. In einer Reihe von Traumsequenzen begegnen sich verschiedene Körpergenerationen. Sie suchen Halt, sinken, fallen, stützen sich, genießen und nutzen diverse Tricks, um den Alltag zu meistern.
Aus der poetischen Komposition von Video- und Soundfragmenten, Objekten und den Körpern einer 35-jährigen und einer 75-jährigen Tänzerin entsteht so eine Choreografie, in der Grenzen unscharf werden: zwischen Aktivität und Passivität, Isolation und Rückzug, Freude und Resignation.


Antje Velsinger arbeitet als freischaffende Choreografin und Performerin in Köln und Hamburg. Sie studierte Choreografie und Performance in Gießen, war 2014 Residenzchoreografin bei K3 Tanzplan Hamburg und von 2015 bis 2017 Mitglied des Graduiertenkollegs „Performing Citizenship“. „Dreams in a cloudy space“ feierte im November 2019 seine Uraufführung in der Tanzfaktur Köln.


Text und weitere Informationen: tanzhaus nrw



Foto: Imke Lass