Dokumentarfilm:
Pina Bausch Archiv – eine filmische Begleitung


polyphem Film, F. Heinzen-Ziob und G. Heinzen GbR



2020 werden erstmals Teilbestände des Pina Bausch Archivs in Wuppertal weltweit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: Damit erhält die vor zehn Jahren aufgenommene Arbeit der Sichtung und Digitalisierung verschiedenster Dokumente des Nachlasses der international anerkannten Choreografin einen neuen Fokus in der Tanzforschung.

Der Dokumentarfilm „Pina Bausch Archiv – eine filmische Begleitung“ nimmt die intensive Arbeit des Archivs sowie die damit einhergehende Weitergabe von Tanz an zwei markanten Beispielen in den Blick und begleitet sie über einen Zeitraum von drei Jahren. Während so in der renommierten Semperoper in Dresden Pina Bauschs Stück „Iphigenie auf Tauris“ durch Protagonist*innen des Wuppertaler Tanztheaters erstmals an eine andere Kompanie weitergegeben wird, formiert sich im Senegal an der bedeutenden L’École des Sables eine ganz neue Gruppe aus westafrikanischen Tänzer*innen, welche Bauschs Stück „Le Sacre du Printemps“ in einen transkulturellen Kontext treten lässt.

Der Regisseur Florian Heinzen-Ziob und die Autorin Christina Irrgang begleiten diese Prozesse: von den archivarischen Aufgaben im Wuppertaler Archiv über die Beobachtung der Überlieferung von Gesten im Tanz hin zum Finden einer Sprache, für die Pina Bausch die Bezeichnung Tanztheater fand, über deren Bedeutung mittels dieses Filmes reflektiert wird. „Das Archiv zu öffnen“, der Grundgedanke des Pina Bausch Archivs, wird dahingehend weitergedacht – wie nämlich die Konstituierung und Nutzung von Archiven die Erforschung und Fortschreibung des Tanzes als Zukunftsperspektive trägt.



Eine Initiative der Kunststiftung NRW.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Film- und Medienstiftung NRW.


Als Jubiläumsprojekt gefördert von der Kunststiftung NRW.



polyphem Film, F. Heinzen-Ziob und G. Heinzen GbR







Aufgrund der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus musste die Einstudierung von Pina Bauschs „Das Frühlingsopfer“ („Le Sacre du Printemps“) an der École des Sables, Senegal, unterbrochen werden. Alle geplanten Aufführungen wurden vorerst abgesagt.

Kurz bevor die Gruppe im März auseinanderging, haben Probenleiter*innen und Tänzer*innen die Gelegenheit ergriffen und für eine letzte Probe die Choreografie von Pina Bausch an den Strand von Toubab Dialaw gebracht. Filmaufnahmen dieser vorerst letzten Durchlaufprobe, entstanden durch ein Dokumentarfilm-Team um Florian Heinzen-Ziob, dokumentieren einen einzigartigen Moment des Zusammenhalts, entstanden aus einer spontanen Reaktion auf den international eingeläuteten Lockdown.

Vom 1. bis 31. Juli 2020 wurde der Film „Dancing at Dusk – A moment with Pina Bausch’s The Rite of Spring“ über die Digital Stage des Sadler’s Wells weltweit zugänglich gemacht und bot Einblicke in eine Produktion, die bisher noch nicht auf der Bühne gezeigt werden konnte. 


Text und weitere Informationen zum Projekt: Pina Bausch Foundation >>



Pressestimmen:


Mark Monahan: „Dancing at Dusk, review: so powerful, you could almost be watching a rite for real“, in: The Telegraph, 06.07.2020


Marina Harss: „Before the World Shut Down, a 'Rite of Spring' on a Senegal Beach", in: The New York Times, 30.06.2020


Sarah Crompton/Dance: „This week's best culture at home, from Paul Weller to a new Rite of Spring“, in: The Guardian, 28.06.2020


Lorna Irvine: „A Night Draws in“, in: fjord review