Nam June Paik Award 2016


Die Shortlist-KandidatInnen für den Nam June Paik Award 2016 – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW – waren im Jahr 2016 Lawrence Abu Hamdan (Beirut), Trisha Baga (New York), Neïl Beloufa (Paris) und Katja Noviskova (Amsterdam/Berlin). Benannt wurden sie von einem von der Kunststiftung NRW berufenen Expertengremium, bestehend aus Dr. Tobia Bezzola, Direktor des Museum Folkwang in Essen, Susanne Pfeffer, Direktorin des Fridericianum Kassel und Dr. Timotheus Vermeulen, Assistant Professor Cultural Theory an der Radboud University Nijmegen.


Der Preisträger des Nam June Paik Award 2016 war Lawrence Abu Hamdan. Ihm wurde der Preis im Rahmen der Ausstellung der Shortlist-TeilnehmerInnen im Museum Folkwang in Essen überreicht. Die Ausstellung war vom 28. Oktober 2016 bis zum 8. Januar 2017 zu sehen. Hier zeigte außerdem der Förderpreisgewinner des Nam June Paik Awards 2014, Manuel Graf, seine mit Hilfe des Preisgelds in Höhe von 15.000 Euro erschaffene Arbeit. Der Förderpreis 2016 ging an Tamaki  Watanabe & Walter Zurborg.

 





Zum achten Mal wurden am Donnerstag, 27. Oktober, um 19 Uhr der von der Kunststiftung NRW mit 25.000 Euro dotierte Internationale Nam June Paik Award und der mit 15.000 Euro dotierte Nationale Nam June Paik Award verliehen. Der Nam June Paik Award wird seit 2002 von der Kunststiftung NRW vergeben für herausragende elektronische und digitale Kunstwerke, die im Sinne des Pioniers Nam June Paik Wagnisse eingehen, kulturelle Grenzen überbrücken und transdisziplinär ausgerichtet sind. Der alle zwei Jahre stattfindende Nam June Paik Award entsteht in enger Kooperation mit einer Kunstinstitution in Nordrhein-Westfalen, welche die Arbeiten der Shortlist-Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Ausstellung zeigt. Partner 2016 ist das Museum Folkwang, Essen.



Der Preis; Foto: Lutz Leitmann/Kunststiftung NRW



Die Jury hat einstimmig Lawrence Abu Hamdan mit seiner Installation Earshot (2016) als Sieger des Internationalen Nam June Paik Award 2016 bestimmt.


Lawrence Abu Hamdan; Foto: Lutz Leitmann/Kunststiftung NRW




Der Nationale Preis geht an Tamaki Watanabe und Walter Zurborg.


Walter Zurborg, Tamaki Watanabe, Claudia Dichter (v.l.n.r.); Foto: Lutz Leitmann/Kunststiftung NRW


Die Preisträger (v.l.n.r.): Walter Zurborg, Tamaki Watanabe, Lawrence Abu Hamdan; Foto: Lutz Leitmann/Kunststiftung NRW



Staatsminister a.D. Dr. Fritz Behrens, Präsident der Kunststiftung NRW, und Staatssekretär Bernd Neuendorf, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, überreichten die Preise in feierlichem Rahmen im Museum Folkwang.



Die Werke aller vier für den Internationalen Preis nominierten Künstlerinnen und Künstler sind vom 28. Oktober 2016 – 8. Januar 2017 in einer Ausstellung im Museum Folkwang, Essen, zu sehen: Lawrence Abu Hamdan (Beirut, Libanon und London, Großbritannien), Trisha Baga (New York, USA), Neïl Beloufa (Paris, Frankreich) und Katja Novitskova (Amsterdam, Niederlande und Berlin, Deutschland).



Die Nominierten des Internationalen Preises 2016 (v.l.n.r.): Lawrence Abu Hamdan, Trisha Baga, Katja Novitskova, Neïl Beloufa; Foto: Lutz Leitmann/Kunststiftung NRW



Der internationalen Jury gehörten an: Dara Birnbaum, Künstlerin (New York, USA), Dr. Penelope Curtis, Direktorin Calouste Gulbenkian Museum (Lissabon, Portugal), Joanna Mytkowska, Direktorin Museum of Modern Art (Warschau, Polen), Rolf Quaghebeur, Direktor Argos, Center for art and media (Brüssel, Belgien) und Akram Zaatari, Künstler (Beirut, Libanon).



Internationale Jury (v.l.n.r.): Penelope Curtis, Akram Zaatari, Rolf Quaghebeur, Joanna Mytkowska


Die Jury begründet ihr Urteil: „Mit seiner Installation hat Lawrence Abu Hamdan einen offenen Raum geschaffen, in dem wir uns präzise auf seinen Gegenstand fokussieren können, das meint auf die Repräsentation und auf unsere eigene Rolle als Betrachter. Das Thema der Darstellung von Gewalt ist von großer zeitgenössischer Relevanz und der Künstler ermutigt uns, grundlegende moralische Fragen auf unterschiedliche Weise zu diskutieren.“ Die Jury hebt insbesondere hervor, auf welche Art und Weise Lawrence Abu Hamdan in seinem Werk wissenschaftliche Analyse mit einer ruhigen emotionalen Intensität kombiniert.



Für den Nationalen Preis waren Malte Bruns (Düsseldorf), Henning Fehr & Philipp Rühr (Köln) und Walter Zurborg & Tamaki Watanabe (Goldenstedt) nominiert. Der Nationale Preis ermöglicht qua Preisgeld die Realisierung einer neuen Arbeit von Walter Zurborg & Tamaki Watanabe, welche in der Ausstellung zum Nam June Paik Award 2018 zu sehen sein wird.
Manuel Graf wurde 2014 mit dem Nationalen Preis (ehemals Förderpreis) ausgezeichnet und ist nun mit seiner Arbeit Marbles, 2016, im Museum Folkwang zu Gast.



(v.l.n.r.): Ursula Sinnreich, Tobia Bezzola, Barbara Könches, Akram Zaatari, Lawrence Abu Hamdan, Neil Beloufa, Rolf Quaghebeur, Penelope Curtis, Joanna Mytkowska , Anna Fricke, vorne: Trisha Baga, Katja Novitskova



Der nach dem Medienpionier Nam June Paik benannte Wettbewerb wurde 2002 im NRW-Forum in Düsseldorf erstmals durchgeführt und nach weiteren Stationen in Dortmund, Köln, Bochum und Krefeld kooperiert die Kunststiftung NRW bei der Durchführung und der Präsentation in diesem Jahr mit den Museum Folkwang in Essen. Von den hochwertigen Exponaten der Moderne aus der Sammlung Osthaus umfangen, zeigen die vier Shortlist-Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Preises komplexe Rauminstallationen. Als Vertreter der sogenannten Post-Internet Art gehört für die Generation der in den 1980er Jahren Geborenen die Verschränkung von Realität und Digitalität zur alltäglichen Lebenswahrnehmung.



Nam June Paik, Mercury, 1991, © Kunststiftung NRW, Foto: Sascha Dressler



Staatsminister a.D. Dr. Fritz Behrens, Präsident der Kunststiftung NRW, betont, dass die Kunststiftung NRW dank des zukunftsorientierten Nam June Paik Awards am aktuellen künstlerischen Mediendiskurs teilnimmt: „Die zeitgenössische Kunst hat sich schon längst auf den Weg gemacht, um die soziotechnische Hybridisierung zu erforschen und uns auf das neue Leben jenseits von Moderne und Postmoderne vorzubereiten“, so Behrens anlässlich der Preisverleihung.


„Der Name der Preises - Nam June Paik Award - ist eine Hommage an den herausragenden Komponisten und Medienkunstpionier. Die Auszeichnung ergänzt die vielfältigen Aktivitäten unseres Landes in der Medienkunst. Der nationale Preis honoriert insbesondere die Arbeit junger Künstlerinnen und Künstler und stellt sie in einen internationalen Kontext. Mein herzlicher Glückwunsch geht an Lawrence Abu Hamdan“, sagte Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf anlässlich der Verleihung.


Dr. Tobia Bezzola, Direktor des Museum Folkwang in Essen erklärt: „Das Museum Folkwang ist stolz, außerordentlichen Künstlerinnen und Künstlern wie Lawrence Abu Hamdan, Trisha Baga, Neïl Beloufa und Katja Novitskova ein Forum bieten zu können und darüber hinaus Manuel Graf als Preisträger des Nationalen Preises 2014 zu präsentieren. Sie alle gehören zu den herausragenden Medienkünstlern der Gegenwart.“

 


Weitere Informationen finden Sie hier: Nam June Paik Award  und Museum Folkwang.

 


Ausstellungsdauer:
28.10.2016-08.01.2017
Ort:
Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen