CCA Wattis Institute: „Amboy“ von Frances Scholz


Die in Köln lebende Malerin und Filmemacherin Frances Scholz zeigt ihren jüngsten von der Kunststiftung NRW geförderten, in Zusammenarbeit mit dem Kunstkritiker und Science-Fiction Autor Mark von Schlegell entstanden Film „Amboy“ vom 10. September bis 21. November 2015 im CCA Wattis Institute in San Francisco, USA.


Film Still | © FS


Über den Film


Eine Filmemacherin folgt den Spuren des verstorbenen Künstlers Amboy. Dabei wird ihr Weg zu den Schauplätzen von Amboys Leben von zahlreichen mysteriösen Toden begleitet, die sie sich nicht erklären kann. Eine Atmosphäre von Unsicherheit und Angst breitet sich aus, Horror offenbart sich als das Gefühl eines subtilen unter die Haut-Kriechens von Desorientierung. Wer ist Amboy? Eine literarische Figur? Aber dann tritt die „echte“ Künstlerin und Autorin Chris Kraus ins Bild und hält einen kunstwissenschaftlichen Vortrag über Amboy. Nie weiß der Zuschauer, ob er es mit echten Tatsachen zu tun hat oder ob die Recherche der Phantasie entspringt. Die Palette berühmter Musiker und Darsteller, die in „Amboy“ auftreten, liest sich wie ein Glossar der zeitgenössischen Szene: Stephen Malkmus, Holy Shit und Kath Bloom, Paul Giamatti, Eleanor Antin, Penny Arcade, Chris Kraus, Andrea Fraser, Lily Benson und Leslie Allison.


Frances Scholz nutzt für ihren Film die visuellen Strategien des klassischen Dokumentarfilms ebenso wie Filmeinstellungen aus Spielfilm oder von B-Movies. Phasen der Aktion und Spielhandlung wechseln ab mit beeindruckenden Bildern der Schauplätze, wobei viele Szenen von „Amboy“ in der Mojave-Wüste, unweit von Los Angeles spielen.


Film Still | © FS


Frances Scholz im Gespräch mit Dr. Barbara Könches, Kunststiftung NRW


Könches: „Ich konnte mir einige Szenen aus ,Amboy‘ während des Schnitts und der Fertigstellung anschauen und bin sehr beeindruckt von dem gleitenden Übergang zwischen der Beschreibung eines Künstlerlebens, das auf realen Voraussetzungen beruht, und der Erfindung einer Kunstfigur, deren filmische Dokumentation die Leerstellen der Realität mit Inhalt füllen. Wie widersteht man als Regisseurin und Produzentin der Gefahr, die Balance zwischen Wirklichkeit und Fiktion oder Spiel zu verlieren und auf die eine oder andere Seite auszuweichen?“


Scholz: „Mein filmischer Ansatz ist an dem Ort zwischen Realität und Fiktion zu finden. Im Grunde dokumentiere ich die Realität von Fiktion und wie sie sich in der Welt ereignet.“


Könches: „Filme zu produzieren ist sehr aufwendig und teuer. Wie haben Sie das finanziell bzw. organisatorisch geschafft?“


Scholz: Dank der großzügigen Unterstützung der Kunststiftung NRW, der Hochschule der Künste, Braunschweig und Dank der faszinierenden Beiträge der Schauspieler, Künstler, Musiker wie Filmorte. Dennoch ist ,Amboy‘ im Vergleich zur ,klassischen‘ Filmproduktion ein Low- wenn nicht No-Budget Projekt, welches mich ständig an Grenzen geführt hat. Das Risiko versuche ich produktiv zu machen.“