Weiberkabinett


Das Weiberkabinett stellt herrschende Frauenbilder in ein komisches Licht, um sie zu stören. Die Bilder, die gezeigt werden, sind uns bekannt. Prototypen der Weiblichkeit. Von der Tussi über die Hausfrau hin zur Feministin. Im Weiberkabinett begegnen sie uns in einer kuriosen Sammlung. Performance, Choreografie, Tanz, Film und bildende Kunst treffen aufeinander und ergeben gemeinsam eine performative Ausstellung. Schmunzeln erlaubt. Lachen erwünscht. Und ein bisschen wehtun muss es auch. Das Projekt Weiberkabinett, gefördert von der Kunststiftung NRW, wird am 17. und 18. September im TOR5  in Bochum präsentiert.


Copyright: Weiberkabinett


Konstruierte Bilder des Selbst, individuell und gesellschaftlich geprägt, werden immer wieder aufs Neue zu Schönheitsidealen stilisiert. Diese Bilder laden ein zum Nacheifern, Umgestalten und Ablehnen. So entstehen immer neue Bilder, die sich mit den Altbekannten austauschen und neue Identifikationsmöglichkeiten schaffen, aus denen sich jeder sein eigenes Vorbild bastelt. Ständige Selbstdisziplinierung und Überwachung von Verhalten und Äußerem tragen dazu bei, dem eigens erkorenen Ideal stets näher zu kommen. Stigmatisierte Weibsbilder sind seit jeher mächtig und allgegenwärtig, diesen Bildern nähert sich das Weiberkabinett an.


In ihrer Abschlussarbeit beschäftigt sich Josefine Rose Habermehl mit Bildern unserer Zeit. Diese werden verformt, überspitzt, neu geordnet, collagiert oder einfach nur in den Raum gestellt. Forschend stellt sie sich der Frage nach Weiblichkeit und Frauenbildern, sucht Formen der subversiven Komik und gestaltet einen Abend, der sich zwischen Theater und Museum bewegt.