Bayerischer Buchpreis für Angela Steidele


„Rosenstengel“, das Romandebüt von Angela Steidele, wird mit dem Bayerischen Buchpreis 2015 ausgezeichnet.


Angela Steidele | Foto: Yves Krier


„Die Wahrheit der Kunst und und die Wissenschaft der Lust – Ein Roman gefährlicher Lieb- und Leidenschaften“.


In der öffentlichen Jury-Sitzung in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz gelangten Franziska Augstein, Carolin Emcke und Denis Scheck zu folgender Begründung:
„Angela Steidele schließt in ihrem Debütroman zwei unwahrscheinliche Biographien kurz: die der Catharina Linck, die als Anastasius Rosenstengel im 18. Jahrhundert das Leben eines Mannes führte, und die von Ludwig II., der aus der Politik ins Märchenreich der Kunst entfloh. Geistreich und wortgewaltig schafft Steidele in der Form des Briefromans ein Panoptikum der Geschlechterrollen mit den Kulissen der anhebenden Aufklärungszeit. In diesem Roman darf gelacht und gedacht werden.“



Der Roman hatte schon kurz nach seinem Erscheinen Anfang August für Furore bei Lesern und Rezensenten gesorgt. Der Literaturkritiker Denis Scheck, ebenfalls Mitglied der Jury, war bereits auf der Frankfurter Buchmesse voll des Lobes: „Der Autorin ist mit diesem Buch ein wirklich großer literarischer Wurf gelungen.“ Ein schönes Statement nicht nur für die Schriftstellerin, sondern auch für die Kunststiftung NRW, förderte sie doch die Entstehung des Romans mit einem Arbeitsstipendium für Angela Steidele.


Hier finden Sie Links zu zwei Gesprächen zwischen Denis Scheck und der Autorin: Am 18. Oktober 2015 auf der ARD-Bühne der Frankfurter Buchmesse und in der Sendung „lesenswert" im SWR-Fernsehen am 22. Oktober 2015.


Leben ist auch nur Kunst.

München 1884. Der junge Irrenarzt Franz Carl Müller gewinnt durch einen Zufall das Vertrauen des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. Unter dessen großer Anteilnahme erforscht Müller das Leben eines gewissen Anastasius Rosenstengel, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Prophet umherzog, als Musketier kämpfte und schließlich heiratete, die Ehe aber mit einer »ledernen Wurst« vollzog – denn Rosenstengel hieß tatsächlich Catharina Linck, die für ihr erfundenes Leben zum Tod verurteilt wurde. Während Ludwigs Entmachtung droht, die Müller unwissend befördert, erforschen die beiden miteinander das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart, Täuschung und Wahrheit, Wissenschaft und Wahn, Mann und Weib, König und Untertan.


Virtuos verwebt Angela Steidele historische Zeugnisse von den Liebes- und Leidenswegen authentischer Persönlichkeiten zu einem literarischen Meisterstück über die Erfindung aller und jeder Geschichte durch Sprache.


Angela Steidele, geboren 1968, studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim, wurde in Siegen promoviert und lebt in Köln. Ihre wissenschaftliche Arbeit widmete sie Liebesgeschichte(n)
gegen den Strom, so in ihren Büchern “In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel“ (2004) und “Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens“ (2010). Mit ihrem literarischen Debüt “Rosenstengel“ geht sie einen Schritt
weiter und lässt Wissenschaft zu Kunst werden und Kunst zu Wissenschaft.


Allgemeine Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Leseprobe: www.zehnseiten.de

Die Autorin liest aus ihrem Buch: www.youtube.com/watch?v=1p1rx9K3ans&feature=youtu.be