Komplexes Netzwerk


Stephen Prina ist bekannt für sein vielschichtig angelegtes Werk. Der US-Amerikaner arbeitet in verschiedenen Medien und kombiniert häufig Malerei, Photographie, Film und Musik zu raumfüllenden Installationen. Seine Werke spannen ein komplexes Netzwerk an Assoziationen und Recherchen auf, das man als Betrachter weder vollständig entschlüsseln kann noch soll. Ab dem 30. Januar widmet ihm das Museum Kurhaus Kleve eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Kunst Halle St. Gallen entstanden ist und von der Kunststiftung NRW unterstützt wird.


Stephen Prina, galesburg, illinois, 2015 | Foto: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier


Prina schafft Arbeiten, die in ihrer Form als auch Interpretation mobil sind und sich über die Zeit verändern bzw. eine zeitliche und ortsspezifische Komponente als Gestaltungsmittel integrieren. Man könnte Prina als postkonzeptuellen Künstler bezeichnen, der den streng kognitiven Ansatz der konzeptuellen Kunst mit expressiven Aspekten verknüpft.


Stephen Prina, galesburg, illinois, 2015 | Foto: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier


Sein neues Projekt „Galesburg, Illinois“ nimmt als Ausgangspunkt seine Geburtsstadt Galesburg, eine Kleinstadt im mittleren Westen. Der Ort wird nicht im klassischen Sinne bebildert oder beschrieben, sondern anhand von historischen, politischen, kulturellen und persönlichen Referenzen abgetastet, die von Abraham Lincoln über Dorothea Tanning bis hin zu John Cage reichen. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Interieur-Elemente wie Bücher, Buchstützen, Vitrinen und Memorabilia als auch Kunstwerke im klassischen Sinne wie Photographien. Ein Element, da sich durch die gesamte Ausstellung ziehen wird, ist der „Harbor Lights Supper Club“, ein Lokal im Art Deco Stil, indem Prina selbst regelmäßig als Musiker auftrat. Das Motiv wurde nach Vorlagen des Künstlers in St. Gallen, einer internationalen Hochburg des Textildesigns und der ersten Station dieser Ausstellung, in ein hochwertiges Stoffmuster transferiert. Das so entstandene Gewebe wird von Prina für alle „Display“-Elemente in der Ausstellung eingesetzt: Vitrinen und Tische, aber auch der Anzug des Künstlers werden damit bezogen.


Stephen Prina, galesburg, illinois, 2015 | Foto: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier


Im Museum Kurhaus Kleve wird das neue Projekt durch ältere Arbeiten Prinas ergänzt. Im Sinne des Künstlers, der häufig auf der Basis von Zitaten der Zitate (der Zitate) arbeitet, sollen damit sowohl Bezugspunkte zu seinem Gesamtwerk als auch speziell zur Sammlung des Museum Kurhaus Kleve hergestellt werden.


Stephen Prina (*1954 in Galesburg, Illinois, USA) lebt und arbeitet in Los Angeles und Cambridge (Massachusetts, USA), wo er als Professor für Visual and Environmental Studies an der Harvard University unterrichtet.


Allgemeine Informationen: www.museumkurhaus.de