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Pressemitteilungen
Dorothee Elmiger wird nächste Thomas-Kling-Poetikdozentur der Kunststiftung NRW an der Universität Bonn
Antrittsvorlesung am 11. Mai 2026 um 19 Uhr im Festsaal der Universität
Dorothee Elmiger, die aktuelle Trägerin des Deutschen Buchpreises, übernimmt die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Kunststiftung NRW am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (IGLK) der Universität Bonn. Die Autorin gehört zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Die Besetzung der Poetikdozentur mit Dorothee Elmiger erscheint in gleich mehrfacher Hinsicht als glücklicher Umstand, könnte man sie doch als eine forschende Schriftstellerin bezeichnen. Alle vier Romane der Philosophin und Politikwissenschaftlerin folgen einer Suchbewegung, stellen gleichsam eine Art Forschungsprojekt dar, sei es zum Verschwinden der Utopie in einem ehemaligen Kohleabbaugebiet oder zum Zusammenhang von Zucker, Spielsucht und Kolonialismus. Auch ihr jüngster Roman "Die Holländerinnen", der neben dem Deutschen Buchpreis 2025 auch mit dem Schweizer Buchpreis und dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet wurde, unternimmt eine Suche. Ausgehend von dem Fall zweier verschwundener junger Frauen im Dschungel von Panama startet die Autorin eine "grandiose literarische Expedition" (Katharina Teutsch, Die Zeit).
Die Antrittsvorlesung findet am 11. Mai um 19 Uhr im Festsaal der Universität Bonn statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Bücher "Einladung an die Waghalsigen" (Dumont, 2010), "Schlafgänger" (Dumont, 2014), "Aus der Zuckerfabrik" (Hanser, 2020) und "Die Holländerinnen" (Hanser, 2025) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und vielfach ausgezeichnet.
Über die Thomas-Kling-Poetikdozentur
Der Dichter Thomas Kling (1957–2005) war einer der bedeutendsten Sprachkünstler seiner Generation, experimentell und radikal. Ihm zu Ehren hat die Kunststiftung NRW die gleichnamige Poetikdozentur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eingerichtet, die seit 2011 jedes Jahr an namhafte Autor:innen vergeben wird. Bisherige Poetikdozent:innen waren Stefan Weidner, Barbara Köhler (†2021), Oswald Egger, Norbert Scheuer, Marion Poschmann, Esther Kinsky, Christoph Peters, Anja Utler, Marcel Beyer, Ulrike Almut Sandig, Steffen Popp, Ulrike Draesner, Uljana Wolf und Daniel Falb.
Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026 für Michael Beutler
Förderpreis für Lisa Klosterkötter
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 26. April 2026 um 12 Uhr im Kunstmuseum Gelsenkirchen
Der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026 geht an den Künstler Michael Beutler. Der international renommierte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Die Verleihung und Ausstellungseröffnung finden am 26. April 2026
um 12 Uhr im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 16. August geöffnet.
Das Juryverfahren umfasste zwei Stufen: Nach der Nominierung durch eine Vorschlagsjury wurden die eingeladenen Künstler:innen gebeten, einen ortspezifischen Entwurf für die historische Villa des Kunstmuseums einzureichen. Auf Grundlage dieser Entwürfe traf die Auswahljury ihre Entscheidung.
Hauptpreis für Michael Beutler
Michael Beutler wird für die raumgreifende Installation "Tapetenwechsel" ausgezeichnet, die die ehemalige Industriellenvilla aus dem späten 19. Jahrhundert in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte verwandelt – eine mehrstöckige Werkstatt, in der Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet wird. Der Herstellungsprozess selbst wird dabei zum zentralen Bestandteil der Ausstellung. In eigens konstruierten Apparaturen werden alte Bücher, Kataloge und andere Materialien zu Pulpe verarbeitet und daraus lange Papierbahnen geschöpft, die anschließend die Räume der Villa neu einkleiden. Maschinen, Werkzeuge und Produktionsabläufe bleiben sichtbar und machen die Transformation des Materials unmittelbar erfahrbar. Die ortsspezifische Arbeit verbindet die industrielle und handwerkliche Geschichte der Stadt Gelsenkirchen mit der Idee des Museums als schöpferischem Ort, an dem Kunst zum gemeinsamen Erleben und Weiterdenken anregt. Mit ihrer interaktiven Komponente spannt die Arbeit zudem einen Bogen zum kinetischen Sammlungsschwerpunkt des Hauses.
Michael Beutler sagt dazu: "Papier, Arbeit und Produktion haben eine lange Geschichte. In Gelsenkirchen interessiert mich besonders, wie sich diese Themen mit dem Ort und seiner industriellen Vergangenheit verbinden lassen."
Michael Beutler (*1976, lebt und arbeitet in Berlin und Aachen) studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle sowie an der Glasgow School of Art. Er ist bekannt für seine monumentalen, meist begehbaren Installationen aus einfachen, recycelbaren Materialien, die er mit selbstgebauten Werkzeugen bearbeitet. In seiner Arbeit spielt das Konzept der Werkstatt eine zentrale Rolle: Jede dieser Arbeiten entsteht in einer neu eingerichteten Produktionsumgebung, die selbst Teil der künstlerischen Praxis wird.
Die Jury würdigte den Entwurf mit folgenden Worten: "Papier – das ist nicht nur ein besonderer Teil des kulturellen Gedächtnisses, sondern auch das Ergebnis handwerklicher Prozesse, die so kaum mehr existieren. Die Erinnerung an die soziale Bedeutung manueller Arbeit als identitätsstiftende Ressource hallt in Gelsenkirchen als ehemaliger Industrie- und Fabrikstadt besonders nach."
Der Auswahljury 2026 gehören an:
Enis Maci (Autorin, Berlin / Gelsenkirchen)
Heike Munder (Beraterin für internationale Museumsentwicklung und Kuratorin, Zürich)
Marcel Odenbach (Künstler, Köln / Ghana / Italien)
Förderpreis für Lisa Klosterkötter
Im Rahmen der Veranstaltung wird außerdem ein Förderpreis vergeben. Er geht an die Künstlerin und Kuratorin Lisa Klosterkötter. Mit der Auszeichnung erhält sie die Möglichkeit, eine neue Arbeit für das Kunstmuseum Gelsenkirchen zu entwickeln und zu realisieren.
In ihren Projekten arbeitet Klosterkötter häufig kollaborativ und im öffentlichen Raum. Für Gelsenkirchen plant sie ein mehrteiliges Ausstellungs- und Veranstaltungsformat, das sich mit Formen von Gemeinschaft, Nachbarschaft und öffentlichem Zusammenleben auseinandersetzt. Lesungen, künstlerische Interventionen und performative Formate an unterschiedlichen Orten im Außen- und Innenraum greifen das Selbstverständnis des Hauses als Reflexions- und Erlebnisort für die breite Öffentlichkeit auf. Das Museum wird zum Treffpunkt, an dem gesellschaftliche Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse sichtbar und erlebbar werden.
Termin
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung
Sonntag, 26. April 2026, 12 Uhr
Laufzeit: 26. April bis 16. August 2026
Kunstmuseum Gelsenkirchen
Horster Str. 5-7, 45897 Gelsenkirchen
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt frei.
Über den Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award
Als größte unabhängige Fördereinrichtung Nordrhein-Westfalens vergibt die Kunststiftung NRW ihren internationalen Kunstpreis bereits seit über 20 Jahren. Der Preis zeichnet Künstler:innen aus, deren Werk sich in besonderer Weise mit zeitgenössischen Formen und Konzepten auseinandersetzt. Seit 2023 wird der Preis in Kooperation mit wechselnden Museen in NRW vergeben, die ortsspezifische Arbeiten der Preisträger:innen realisieren.
Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW für das Jahr 2026
Ausschreibung zu Hauptpreis und Förderpreis
Bewerbungsschluss: 13. April 2026
Der Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW 2026 wird in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen an deutschsprachige Übersetzer:innen vergeben. Er gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen in Europa.
Der Hauptpreis
zeichnet herausragende Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung in die deutsche Sprache aus. Der Preis wird für eine Arbeit im Bereich Prosa unter besonderer Berücksichtigung des Gesamtwerks der übersetzenden Person vergeben. Darüber hinaus wird auch der Einsatz für den internationalen Kulturaustausch gewürdigt.
Der Hauptpreis ist mit 25.000 € dotiert.
Der Förderpreis
würdigt eine herausragende literarische Übersetzung in die deutsche Sprache. Berücksichtigt werden Arbeiten aus dem Bereich der literarischen Prosa. Er richtet sich an Übersetzer:innen, die noch über kein umfangreiches übersetzerisches Werk verfügen. Eine Altersbeschränkung besteht nicht.
Der Förderpreis ist mit 5.000 € dotiert.
Preisvorschläge
können von Übersetzer:innen (Eigenbewerbungen sind ausdrücklich erwünscht), von Literaturkritiker:innen und von Verlagen eingereicht werden. Die Übersetzung muss publiziert und lieferbar sein. Je Übersetzer:in kann nur ein Werk eingereicht werden.
Teilnahmebedingungen
Bitte reichen Sie per Post ein:
die Verlagsausgabe der auszuzeichnenden Übersetzung (sechsfache Ausführung)
Bitte schicken Sie die Bücher an:
Europäisches Übersetzer-Kollegium
Stichwort: Übersetzerpreis 2026
Kuhstraße 15-19, D-47638 Straelen
Bitte reichen Sie per Mail ein:
die Druckfahnen der Übersetzung als PDF.
das fremdsprachige Original der eingereichten Übersetzung als PDF. Falls keine Datei verfügbar ist, bitte ein Exemplar der gedruckten Ausgabe zusenden.
eine aktuelle Biografie
eine aktuelle Bibliografie (bitte vollständige Publikationsliste mit Verlagsangaben)
das ausgefüllte DSGVO-Formular (Download unter: DSGVO-Formular)
Die PDFs der Werke werden ausschließlich für die Juryarbeit genutzt und anschließend gelöscht.
Bitte schicken Sie die Unterlagen an:
Hauptpreis: 01@uebersetzerkollegium.com
Förderpreis: 02@uebersetzerkollegium.com
Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung, sobald Ihre Unterlagen ein-getroffen sind.
Bitte richten Sie Nachfragen per E-Mail an:
Hauptpreis: 01@uebersetzerkollegium.com
Förderpreis: 02@uebersetzerkollegium.com
Telefon: +49-2834-1068
Bewerbungsschluss: Montag, der 13. April 2026.
Bitte beachten Sie: Alle Bewerbungsunterlagen müssen an diesem Tag vollständig vorliegen. Bei Postsendungen o.ä. wird auch noch der 14. April als Zustellungstag akzeptiert, sofern das restliche Material bereits digital eingereicht wurde.
Weitere Informationen
Die Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgereicht.
Die Entscheidung der Jury wird im Fall der Absage nicht begründet.
Die abschließende nicht öffentliche Jury-Sitzung findet im Frühsommer 2026 statt.
Die Entscheidung der Jury ist endgültig.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mehr Infos unter www.euk-straelen.de und www.kunststiftungnrw.de
Bildmaterial
Pressefotos und weiteres Bildmaterial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.