Kunstpreis der Kunststiftung NRW 2026

2026
Preisträger
Michael Beutler

Der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026 geht an den Künstler Michael Beutler. Der international renommierte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Die Verleihung und Ausstellungseröffnung finden am 26. April 2026 um 12 Uhr im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 16. August geöffnet.

Das Juryverfahren umfasste zwei Stufen: Nach der Nominierung durch eine Vorschlagsjury wurden die eingeladenen Künstler:innen gebeten, einen ortspezifischen Entwurf für die historische Villa des Kunstmuseums einzureichen.
Auf Grundlage dieser Entwürfe traf die Auswahljury ihre Entscheidung.

Michael Beutler wird für die raumgreifende Installation "Tapetenwechsel" ausgezeichnet, die die ehemalige Industriellenvilla aus dem späten 19. Jahrhundert in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte verwandelt – eine mehrstöckige Werkstatt, in der Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet wird.

Der Herstellungsprozess selbst wird dabei zum zentralen Bestandteil der Ausstellung. In eigens konstruierten Apparaturen werden alte Bücher, Kataloge und andere Materialien zu Pulpe verarbeitet und daraus lange Papierbahnen geschöpft, die anschließend die Räume der Villa neu einkleiden. Maschinen, Werkzeuge und Produktionsabläufe bleiben sichtbar und machen die Transformation des Materials unmittelbar erfahrbar. Die ortsspezifische Arbeit verbindet die industrielle und handwerkliche Geschichte der Stadt Gelsenkirchen mit der Idee des Museums als schöpferischem Ort, an dem Kunst zum gemeinsamen Erleben und Weiterdenken anregt. Mit ihrer interaktiven Komponente spannt die Arbeit zudem einen Bogen zum kinetischen Sammlungsschwerpunkt des Hauses.

Michael Beutler sagt dazu: "Papier, Arbeit und Produktion haben eine lange Geschichte. In Gelsenkirchen interessiert mich besonders, wie sich diese Themen mit dem Ort und seiner industriellen Vergangenheit verbinden lassen."

Jury-Statement

"Mit großer Freude verleiht die Jury des Kunstpreises der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026 den Preis an Michael Beutler.

Seine raumüberspannende Installation transformiert die gesamte ehemalige Industriellenvilla des Kunstmuseum Gelsenkirchen in einen künstlerisch-handwerklichen Produktionsort: eine Werkstatt auf mehreren Ebenen, die Altpapier in Skulpturen umwandelt.

Papier – das ist nicht nur ein besonderer Teil des kulturellen Gedächtnisses, das zunehmend aus unserem Alltag verschwindet, sondern auch Ergebnis handwerklicher Prozesse, die so kaum mehr existieren. Die Erinnerung an die soziale Bedeutung von manueller Arbeit als identitätsstiftende Ressource hallt in Gelsenkirchen als ehemalige Industrie- und Fabrikstadt besonders nach.

Bei dem ausgezeichneten Entwurf von Michael Beutler ist nicht nur das hergestellte Objekt, sondern die Apparatur selbst Teil der künstlerischen Präsentation. Die drei Ausstellungsetagen der Villa werden zur begehbaren Skulptur.

Die Jury freut sich sehr auf die neue Arbeit von Michel Beutler in der Villa des Kunstmuseum Gelsenkirchen, die die Reihe ortsspezifischer Preisträger:innen-Ausstellungen fortsetzt."

Der Herstellungsprozess selbst wird dabei zum zentralen Bestandteil der Ausstellung. In eigens konstruierten Apparaturen werden alte Bücher, Kataloge und andere Materialien zu Pulpe verarbeitet und daraus lange Papierbahnen geschöpft, die anschließend die Räume der Villa neu einkleiden. Maschinen, Werkzeuge und Produktionsabläufe bleiben sichtbar und machen die Transformation des Materials unmittelbar erfahrbar. Die ortsspezifische Arbeit verbindet die industrielle und handwerkliche Geschichte der Stadt Gelsenkirchen mit der Idee des Museums als schöpferischem Ort, an dem Kunst zum gemeinsamen Erleben und Weiterdenken anregt. Mit ihrer interaktiven Komponente spannt die Arbeit zudem einen Bogen zum kinetischen Sammlungsschwerpunkt des Hauses.

Michael Beutler sagt dazu: "Papier, Arbeit und Produktion haben eine lange Geschichte. In Gelsenkirchen interessiert mich besonders, wie sich diese Themen mit dem Ort und seiner industriellen Vergangenheit verbinden lassen."

Preisträger
Michael Beutler

Michael Beutler, Foto: Renaat Nijs, 2025 at Z33 in Hasselt, BE
Michael Beutler, Foto: Renaat Nijs, 2025 at Z33 in Hasselt, BE

Michael Beutler (*1976 in Oldenburg) lebt und arbeitet in Berlin und Aachen. Er studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle sowie an der Glasgow School of Art. Beutler ist bekannt für seine monumentalen Installationen aus einfachen, recycelbaren Materialien. Er entwirft und baut seine eigenen Werkzeuge, um Papier, Karton und Textilien in skulpturale Elemente zu verwandeln, die zu den Bausteinen seiner weitläufigen, raumfüllenden Installationen werden.

In Beutlers Werk spielt das Konzept der Werkstatt eine zentrale Rolle. Anstatt ein festes Format als Grundlage seiner Arbeiten zu verwenden, errichtet Beutler für jedes Projekt eine neue Werkstatt. In seiner Praxis wird diese selbst zum Kunstwerk, da er fortwährend sowohl die Idee der Werkstatt als auch den Begriff der Arbeit neu erfindet und interpretiert. Seine Installationen, die häufig die Herstellung von Maschinen und Werkzeugen einschließen, verkörpern eine erfinderische, konstruktive Funktionalität.

Beutlers Arbeiten wurden in zahlreichen Institutionen ausgestellt, darunter Z33 in Hasselt, das Wilhelm Hack Museum in Ludwigshafen, der Oldenburger Kunstverein, Bozar in Brüssel, Spike Island in Bristol, FRAC Alsace, die 57. Biennale von Venedig und das MMK in Frankfurt. Er war Stipendiat der Villa Kamogawa des Goethe-Instituts in Kyoto, des Atelier Calder in Saché, Frankreich (2013), und von IASPIS in Stockholm (2005–2006).

Die Jurys und Nominierten

AUSWAHLWAHJURY:

Enis Maci (Autorin, Berlin / Gelsenkirchen)
Heike Munder (Beraterin für internationale Museumsentwicklung und Kuratorin, Zürich)
Marcel Odenbach (Künstler, Köln / Ghana / Italien)

Jurysitzung: (v.l.) Heike Munder, Marcel Odenbach, Enis Maci, Foto: Bozica Babic, Kunststiftung NRW
Jurysitzung: (v.l.) Heike Munder, Marcel Odenbach, Enis Maci, Foto: Bozica Babic, Kunststiftung NRW

VORSCHLAGSJURY:

Misal Adnan Yildiz (Kurator der 20. Ausgabe der Mediterranea-Biennial of Young Artists from Europe and the Mediterranean, Nova Gorica/Slowenien)
Zoë Gray (Director of Exhibitions, Bozar, Centre for Fine Art, Brüssel)
Joanna Warsza (Stadtkuratorin Hamburg)

NOMINIERT WAREN:

Cyprien Gaillard (*1980 in Paris, lebt und arbeitet in Berlin und Paris)
Mikołaj Sobczak (*1989 in Poznań, lebt und arbeitet in Warschau und Düsseldorf)
Renata Lucas (*1971 in Ribeirão Preto, lebt und arbeitet in São Paulo)
Salwa Aleryani (*1982 in Sana'a, lebt und arbeitet in Berlin)
Michael Beutler (*1976 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Berlin und Aachen)

Visuelle Kunst

Der Bereich Visuelle Kunst der Kunststiftung NRW unterstützt professionelle Künstler:innen sowie Institutionen und Initiativen aus Nordrhein-Westfalen, deren Arbeiten durch künstlerische Vielfalt, hohe Qualität und besondere Relevanz überzeugen. Gefördert werden Vorhaben, die neue Perspektiven eröffnen, innovative Ausdrucksformen entwickeln und die künstlerische Praxis in NRW sichtbar und einflussreich machen. Die Projekte entfalten ihre Wirkung sowohl regional als auch international und tragen dazu bei, die Gegenwartskunst aus Nordrhein-Westfalen über die Landesgrenzen hinaus zu präsentieren.

Durch die Vergabe von Stipendien und Residenzen stärken wir freie und nachhaltige Arbeitsformen sowie die regionale und internationale Vernetzung einer lebendigen Kunstszene. Mit der Unterstützung von Produktionen, Neuproduktionen und Publikationsvorhaben, Ausstellungen und anderen Vorhaben in beispielsweise Museen, kleineren Ausstellungshäusern und Kunstvereinen fördern wir diejenigen, die sich wegweisend mit gegenwärtigen und relevanten Themen in außergewöhnlichen Formaten auseinandersetzen. Sie formen damit die Kunstlandschaft Nordrhein-Westfalens und ermöglichen ihre Weiterentwicklung. Unser besonderer Fokus liegt dabei auch auf der langfristigen Professionalisierung und Etablierung junger Kunstschaffender.
 

  • Förderung
    • Allgemeine Vorhaben

      Für allgemeine Vorhaben gilt grundsätzlich das folgende Antragsverfahren.
      Kunstschaffende am Anfang ihrer Karriere und unabhängige Projekträume können ihre Anträge über das Antragsverfahren AUFTAKT einreichen.

    • Stipendien
      • Visuelle Kunst
        Antragsverfahren
        Arbeits- und Recherchestipendien

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    • AUFTAKT

      Mit dem Förderprogramm AUFTAKT unterstützen wir die Umsetzung künstlerischer Vorhaben, Produktionen, Publikationen und vergeben Recherche-, Auslands- und Arbeitsstipendien für Kunstschaffende am Anfang ihrer Karriere. Unabhängigen Kunst- und Off-Räumen sowie kleinen Ausstellungsstätten ermöglicht AUFTAKT eine besondere Professionalisierung.

    • Residenzen
      • Atelier Galata, Istanbul

        Die Kunststiftung NRW vergibt ein Residenzstipendium im Bereich Visuelle Kunst in Istanbul.

        Ziel des Stipendiums ist es, die Kunstszene vor Ort kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Ideen auszutauschen und diese Impulse später nach in ihre jeweiligen ihre Arbeitskontexte in Nordrhein-Westfalen einzubringen. Die Ausschreibung ist nicht alterslimitiert. Sie richtet sich an professionelle Kunstschaffende mit Lebensmittelpunkt in Nordrhein-Westfalen, die bereits öffentliche Anerkennung erfahren haben und erste Berufserfolge vorweisen können.

        Seit August 2024 vergibt die Kunststiftung NRW zwei Stipendien in Kooperation mit der Arthena Foundation, Düsseldorf.

        • Visuelle Kunst
          Antragsverfahren
          Atelier Galata, Istanbul

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        • Visuelle Kunst
          Stipendiat:innen
          Residenzstipendium
          Atelier Galata, Istanbul

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      • Tel Aviv

        Das Residenzstipendium der Kunststiftung NRW ermöglicht Kunstschaffenden aus NRW einen sechsmonatigen Aufenthalt in einem Wohnatelier in Tel Aviv.
        Darüber hinaus vergibt die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Quartier am Hafen, Köln, zwei Stipendien pro Jahr an Künstler:innen aus Israel.

        Die Künstler:innen können während ihres Stipendiums die Kunstszene vor Ort kennenlernen, Kontakte knüpfen und neue Ansätze in ihrem künstlerischen Schaffen umsetzen. Zudem regt die Residenz dazu an, produktionsungebunden und frei zu experimentieren. Die Kunststiftung NRW trägt damit dazu bei, praktikable und faire Arbeitssituationen für Auslandsstipendien in der bildenden Kunst zu etablieren.
         

        • Visuelle Kunst
          Antragsverfahren
          Tel Aviv

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        • Visuelle Kunst
          Stipendiat:innen
          Residenzstipendium
          Tel Aviv

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        • Residenzstipendium Tel Aviv
          Stipendiatin 2026
          Quartier am Hafen, Köln
          Karen Dolev

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        • Residenzstipendium Tel Aviv
          Stipendiatin 2024
          Quartier am Hafen, Köln
          Naama Roth

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        • Förderbeispiel Residenzstipendium
          Naama Roth, Shai Yehezkelli
          Fin
          Q18 Quartier am Hafen, Köln

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    • Förderbeispiele
      • Community. Fotografie und Gemeinschaft
        Kunstpalast Düsseldorf

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      • Frieder Haller
        Good Times, Bad Timing
        Filmreihe

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      • Robert Smithson in Europa
        Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

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      • Bernd und Hilla Becher
        Ausstellungs- und Buchprojekt
        Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur Köln

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      • Hans-Peter Feldmann
        Kunstpalast Düsseldorf

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      • Schatten und Leere
        Andreas Walther + Lin Chun Chen
        Forum für Fotografie
        Köln

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      • Edith Dekyndt
        Erzähl uns etwas, das niemand weiß
        Kunsthalle Bielefeld

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      • Sascha Mikloweit
        Transpositional Geologies
        Publikation

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      • New Star
        Mark Di Suvero
        Übergabe an Stadt Viersen

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      • Der Fluss bin ich - Tatort Paderborn
        Kunst im öffentlichen Raum

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      • Für die Vögel
        Ausstellung
        Museum für Gegenwartskunst Siegen

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  • Stiftungsinitiativen

    • Kunstpreis der Kunststiftung NRW

      Mit dem Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award zeichnen wir internationale Künstler:innen oder Kollektive aus, die mit ihren zukunftsweisenden, künstlerisch herausragenden Ansätzen überzeugen. 2026 wird der Preis in Kooperation mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen vergeben.

      Benannt nach dem vor allem für Nordrhein-Westfalen wegweisenden Medienkünstler Nam June Paik, richtet sich der Preis an Künstler:innen und Kollektive aller Genres. Die von einer international besetzten Jury ausgezeichneten Gewinner:innen erhalten neben dem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro eine Einzelausstellung und eine Publikation in Zusammenarbeit mit einer Partnerinstitution in NRW.
       

      • Kunstpreis der Kunststiftung NRW - Nam June Paik Award 2026
        Preisträger
        Michael Beutler
        Preisverleihung und Eröffnung:
        26. April 2026, 12 Uhr
        Kunstmuseum Gelsenkirchen
        Laufzeit:
        26. April bis 16. August 2026

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      • 2026
        Kunstpreis der Kunststiftung NRW - Nam June Paik Award 2026
        Förderpreisträgerin
        Lisa Klosterkötter
        Preisverleihung und Eröffnung:
        26. April 2026, 12 Uhr
        Kunstmuseum Gelsenkirchen
        Laufzeit:
        26. April bis 16. August 2026

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      • Alle Preisträger:innen

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    • Residence NRW+

      Stipendien für bildende Künstler:innen und Kurator:innen an einem gemeinsamen Residenzort in Münster

      Gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Kunststiftung NRW die Residence NRW+, ein Programm für besonders begabte junge Kunstschaffende der bildenden Gegenwartskunst.
      Pro Jahr werden vier zwölfmonatige Stipendien in Höhe von 1.450 Euro für bildende Künstler:innen bis zu einem Alter von 40 Jahren aus NRW oder mit NRW-Bezug sowie vier sechsmonatige Stipendien für Kurator:innen vergeben. Der Residenzort bietet Räume zum Leben und Arbeiten. Über die Stipendienvergabe entscheiden wechselnde Fachgremien. Das Stipendienprogramm ist an die Kunsthalle Münster angegliedert.

      Zum Bewerbungsverfahren:
      https://www.residencenrw.de/de/ausschreibung/